Geboren und aufgewachsen ist Mason in Richmond, Virginia, einer der ältesten Großstädte Amerikas. Nur wenige Minuten nach seiner Zwillingsschwester. Die Kindheit der Beiden verlief reibungslos, wie man sagen könnte. Ihre Eltern arbeiteten in einem Krankenhaus. Sein Vater war als Arzt tätig und seine Mutter als Krankenschwester. Warum nicht als Ärztin? Nun, auch das hatte Mason seine Mutter ein einziges Mal gefragt. Und sie antwortete mit einem dreiviertelstündigen Vortrag darüber das sie als Krankenschwester glücklich war und sie den Kontakt zu den Patienten nicht missen wollte. Sein Vater hatte als Chirurg nicht lange mit den selben Patienten zu tun. Seine Mutter war dafür zu liebevoll. Danach hat Mason diese Frage allerdings nie wieder gestellt. Hin und wieder stritten sich die Zwillinge, immerhin hatte Mason andere Interessen als seine Schwester. Aber das war wohl für Geschwister normal. So sehr sie sich auch stritten, sie vertrugen sich doch immer wieder sehr schnell.
Eine drastische Änderung trat im zarten Alter von Zwölf Jahren ein. Mason war Geisel bei einem Überfall in einer Bank. Die Polizei konnte die Täter zwar überwältigen, kam aber zu spät um einen Sprengsatz zu entschärfen. Viele Menschen wurden dabei verletzt, unter anderem auch Mason. Sein Großvater hingegen überlebte es nicht und starb noch an Ort und Stelle. Jedoch hing der kleine Junge an seinem Leben und konnte nach ein paar Wochen im Krankenhaus wieder nach Hause. Er hatte Glück im Unglück, dass er nur ein paar gebrochene Knochen hatte und seine Eltern im selben Krankenhaus arbeiteten. Auch wenn ihn sein Vater als Familienangehöriger nicht selbst operieren konnte, war die Pflege seiner Mutter natürlich umso intensiver. Welche Mutter würde sich auch nicht um ihr krankes Kind kümmern? Außerdem bekam er jeden Tag Besuch von seiner Schwester.
Infolge dessen was dort geschah, musste Mason sein Leben trotzdem etwas anders gestalten. Bleibende Schäden hatte er nur einen davongetragen: Aufgrund der Explosion und dem folgenden Chaos blieb der Junge schwerhörig. Auch wenn das nichts war das man nicht mit ein wenig Technik wieder gerade biegen konnte, veränderte es Mason trotzdem sehr. Er wurde erst rebellisch und frech, bevor er sich zurückzog und beinahe depressiv wurde. Was im Einzelnen genau geschah sagte er keinem. Seine große Schwester war in der Zeit die Einzige die er an sich heran ließ. Eine Weile sprach er fast gar nicht mehr und benutzte zur Kommunikation die Gebärdensprache, allerdings nur mit seiner Schwester. Sonst schwieg er rigoros in jeder Hinsicht.
Ein paar Jahre später kam heraus dass seine Mutter eine Affäre hatte. Sein Vater war also gar nicht sein biologischer Erzeuger. Das war anfangs schwer für Mason zu verkraften. Er hatte ab sofort also noch einen Halbbruder und eine Halbschwester. Er brauchte Zeit um sich daran zu gewöhnen. Aber wenn sein Vater ihr verziehen hatte, konnte es für ihn doch auch nicht unmöglich sein. Nachdem seine Eltern dann doch offener damit umgingen, konnten die Zwillinge ihre neuen Geschwister sogar kennen lernen. Sie schienen ebenfalls eine ganz normale Familie zu sein. Obwohl es noch lange seltsam war, beschlossen die Zwillinge den Kontakt zu den neuen Geschwistern zu halten, auch wenn sie in einer anderen Stadt lebten. Es schienen die Gene seines leiblichen Vaters zu sein, die den Jungs der Familie automatisch Ärger einbrachte. Völlig ungewollt selbstverständlich.
Mit Vierzehn wollte Mason sich aus dem Fenster stürzen um sich das Leben zu nehmen. Dabei wurde er von seiner tieftraurigen Schwester aufgehalten. Sie rang ihm das Versprechen ab so etwas nie wieder auch nur in Betracht zu ziehen. Und daran hielt er sich. Nur wenige Wochen später spielte das alles aber keine Rolle mehr. Die Welt schien sich auf den Kopf zu stellen und das Chaos verbreitete sich rasend schnell. Anfangs blieb die Familie noch bei ihrem Haus, bis die Sicherheit nicht mehr gewährleistet war. Sie kamen in einem provisorischen Lager in D.C. an, wo es zunächst ebenfalls sicher erschien. Doch auch hier konnte man die Toten, oder Untoten, nicht zurückhalten. So wurde die Familie voneinander getrennt. Die Geschwister fanden sich recht schnell wieder, jedoch waren ihre Eltern wie vom Erdboden verschluckt. Vielleicht war es auch so. Wer konnte das schon sagen? Diese Seuche veränderte Mason erneut. Wo er sich früher fehl am Platz fühlte, war er heute gut in dem was er tat. Er hatte nur mit seinem kleinen Handicap zu kämpfen. Zwar lernte der junge Mann schnell weiter von Lippen abzulesen, aber das war nicht immer der einfachste Weg. Zuhören viel ihm nicht schwer, nur dauerte es manchmal bis alles bei ihm ankam.
Zunächst machten die Zwillinge sich allein auf den Weg. Was sollten sie sonst machen? Das klappte auch ziemlich gut und lange. Aber dann wurden sie erneut voneinander getrennt und fanden sich dieses Mal nicht schnell genug wieder. Eine Verkettung unglücklicher Umstände trieb sie immer weiter auseinander und führte sogar dazu, dass Mason in die Hände einer Gruppe äußerst unmoralischer Menschen fiel. Dort verbrachte er ein paar lange und vor allem unschöne Monate, wenn es nicht sogar Jahre waren, von denen er niemandem je erzählte. Als die Kolonie angegriffen wurde flüchtete Mason bei der erstbesten Gelegenheit und konnte glücklicherweise auch seine Verfolger abschütteln. Das darauf folgende Jahr verbrachte er allein und mied den Kontakt zu anderen Menschen. Das änderte sich erst wieder als seine Zwillingsschwester ihn nach monatelanger Suche endlich wiederfand. Heilfroh sich lebend wiederzusehen, passten sie dieses Mal wesentlich besser auf und zogen erneut ihrer Wege. Nach geraumer Zeit fand sogar die Halbschwester der Zwillinge zu ihnen. Von ihr erfuhren die Zwillinge ihr Halbbruder vermutlich gestorben war. Sie wurden ebenfalls getrennt und konnten sich nicht wiederfinden. Auch wenn sie zum Schluss nicht so viel miteinander zu tun hatten, war Mason darüber sehr traurig. Die Drei blieben daraufhin als Gruppe eine Weile zusammen. So lang bis Mason sich darüber im Klaren war, in einer Kolonie besser aufgehoben zu sein. Sein Zwilling begleitete ihn daraufhin zu der Insel, die sich selbst Balar nannte, um sicherzugehen dass er dort auch wirklich gut aufgehoben war. Auch wenn Mason überraschend schon ein paar Gesichter dort kannte. Ironischerweise, weil er dachte in einer festen Kolonie wäre es ruhiger, brachte der kurz darauf folgende Krieg und eine Belagerung die Menschen näher zusammen. So auch bei Mason. Er lernte die Bewohner dabei besser kennen, und vor allem Yuki und ihre Familie. Obwohl er nie gedacht hätte das er sich mal mit Kindern befassen würde, musste er zugeben das er Yuki mochte. Ihre Tochter störte ihn dabei gar nicht. Was eigentlich untypisch für ihn war. Dennoch funktionierte es und sie wuchsen zusammen, zogen zusammen und machten es schließlich offiziell.